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// Schwerstarbeit

30 Jan 2017 geschrieben von Eric Frenzel
veröffentlicht von oberpfalzecho.de

Flossenbürg. Am Sonntag konnte Eric Frenzel in Seefeld das Triple erneut holen. Uns nimmt er in seiner heutigen Kolumne mit auf die Rennstrecke und die Minuten, bevor er seinen Kollegen Johannes Rydzek einholte. Ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen.

„Ein vierter Triple- Erfolg in Seefeld steht zu Buche! Was sich leicht anhört, war in Wahrheit ein großes Stück Arbeit, wie alle verständigen Zuschauer mit bekommen haben. Die drei Wettkämpfe von Seefeld waren eine große Werbung für unseren Sport. Packender hätte der Zweikampf um den Triple und um die Gesamtweltcupführung zwischen Johannes Rydzek und mir nicht sein können. Verlor ich die ersten beiden Wettkämpfe auf der Zielgeraden hauchdünn im Sprint, stand am Sonntag der letzte Wettkampf an, mit zwei Sprüngen von der Schanze und 15-Kilometer-Lauf in der Loipe.

Bei meinem ersten Sprung konnte ich nicht exakt von der Kante abspringen und verschenkte einige Meter, was mir rechnerisch einen 20-Sekunden-Rückstand auf Johannes Rydzek einbrachte. Trotz guten Sprungs im zweiten Durchgang gelang es mir nicht, diese Zeitdifferenz zu reduzieren. Für das Rennen ergab sich dann die pole Position für Johannes und ein vierter Platz für mich mit dem benannten Abstand. Zwischen Johannes und mir lagen noch die Österreicher Gruber und Heidel. Damit war die Taktik klar – eine Aufgabe wie aus dem Lehrbuch.

Alle Blicke Richtung Johannes Rydzek

Ich wollte und musste von Anfang an das Tempo konstant hochhalten, was die Spitze anbelangte, während ich die Nebenaufgabe zu lösen hatte, mich mit den Österreichern so schnell wie denkbar zu verbünden, um einen kräftesparenden Zug aufzumachen. Das Einholen des Zweit-und Drittplazierten gelang sehr schnell, allerdings wollten die Kollegen aus dem Nachbarland mein hohes Tempo nicht mitgehen, was dazu führte, dass ich recht schnell wieder alleine in der Loipe war.

Alle Blicke und Sinne richteten sich weiter nach vorne auf Johannes, auf den ich mit diesem hohen Tempo konsequent Boden gut machen konnte. Ende der 3. Runde: ich sehe Johannes erstmals in der Loipe vor mir, was zusätzliche Kräfte frei macht. Ich sauge mich langsam an und hole ihn ein. Ausruhen steht jetzt nicht auf der Agenda. Ich halte mir die letzten beiden Zielsprints vor Augen und möchte keinesfalls riskieren, den Triple-Sieg auf den letzten Metern aus der Hand zu geben. Also geht es weiter mit dem mörderischen Tempo, womit ich mich bemühe, Johannes mürbe zu machen.

Die Rennentwicklung beflügelt mich

Wir sind in der 5. Runde und ich merke zum ersten Mal, dass Johannes Probleme hat und dass ein kleines Loch zwischen uns entsteht. Das ist der richtige Zeitpunkt zum Angriff – ich verschärfe nochmals, um den Abstand zwischen uns größer werden zu lassen, was gelingt. Ich löse mich endgültig.
Die Rennentwicklung beflügelt mich. Ich habe mein viertes Triple vor Augen. Beim Zieleinlauf schaue ich nochmals zurück. Ich bin allein. Ich habe es geschafft. Der vierte Sieg in Folge. Ich bin glücklich.

Herzlichst
Eric“